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Als Renaissance Seelen haben wir ein grundlegendes Problem: Wir müssen viel öfter Dinge loslassen als andere Menschen. Immerhin behält der Tag trotz unser 1000 Interessen immer noch seinen 24 Stunden Rhythmus. Aber wann sollte man überhaupt ein Hobby oder eine Businessidee aufgeben? Müssen wir uns quälen vor Langeweile? Oder umgekehrt: nutzen wir das Wissen über unsere Scanner-Persönlichkeit als Ausrede, um nicht dran zu bleiben?

Betrachte diesen Artikel als eine Art Mini-Selbstcoaching-Sitzung. Ich werde dir verschiedene Fragen stellen, mit denen du dich so ehrlich wie möglich befassen solltest. Wenn du möchtest, kannst du auch nur eine Frage pro Tag bearbeiten und über die Gliederung immer wieder zu den passenden Abschnitten zurückkommen. Im letzten Punkt führen wir dann alles zusammen! 

Wie viele Hobbies hast du aktuell?

Bevor wir überhaupt darüber reden, etwas loszulassen, wollen wir uns erst einmal deinen persönlichen Status Quo anschauen. Nimm dir gerne mal einen Zettel und einen Stift und notiere dir darauf, welchen Hobbies du gerade nachgehst. Mit Hobby meine ich übrigens nicht nur den Vereinsport oder Yogastunden im Studio. Mit Hobby meine ich Themen, mit denen du dich aktiv über einen längeren Zeitraum beschäftigst. Na? Wie viele Themen hast du dir notiert? Behalte das mal im Hinterkopf.

Und jetzt denk zurück an eine Zeit, in der du sehr ausgeglichen und glücklich warst. Vielleicht das Studium. Wie viele Hobbies hattest du damals? Notier dir auch das. 

Dieses kleine Experiment zeigt dir, was deine persönliche Hobby-Zahl ist, die du als erfüllte Renaissance Seele benötigst. Vielleicht merkst du auch, dass du in der Vergangenheit mehr Hobbies hattest als heute. Nimm diese Erkenntnis als Richtlinie: zu wenige Themen und du bist gelangweilt. Zu viele Themen und du bist überfordert und gestresst – was einer der Gründe wäre, mal eines deiner Hobbies loszulassen.

Warum verfolgst du dein Hobby oder deine Businessidee?

Ich habe vor einiger Zeit einen Artikel darüber geschrieben, warum ich persönlich es für Renaissance Seelen wenig hilfreich finde, nach einer Art „Seelenwarum“ zu suchen. Kurz und knapp: damit ist im Grunde nix anderes als die Berufung gemeint, und als Vielbegabte haben wir nun mal nicht nur eine davon, sondern viele. Für ein Hobby allerdings, da sieht das schon anders aus!

Warum machst du Makramee? Warum singst du? Überleg dir mal genau, warum du deine Hobbies ausübst. Ist es die Herausforderung? Magst du es, deine Grenzen zu testen und ein noch schwierigeres Lied zu singen? Oder ist es vielleicht das Abschalten? Weil du die Welt vergisst, wenn du knüpfst, malst, oder was auch immer es ist, das du tust? Geben dir deine Tanzsessions gute Laune und ein gutes Körpergefühl? Egal, was du tust: überlege dir, warum du es tust. 

Das gleiche gilt übrigens für Themen, die du gerne zu einem Business ausbauen würdest: Sagen wir zum Beispiel, dass du Yoga liebst, weil (hier kommt der Grund für dein Hobby ;)) du dich immer total geerdet und erfrischt fühlst, wenn du von der Matte kommst. Also hast du beschlossen, Yogalehrer zu werden. Wenn aber das gute Körpergefühl das einzige ist, das dich antreibt, Yogalehrer zu werden, wird dich die Realität eines Yoga-Business schnell auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Als Yogalehrer muss man nämlich unterrichten – nicht praktizieren. Völlig andere Ecke! Also: Warum willst du ein Business zu einem bestimmten Thema aufbauen?

Solltest du dein Hobby oder deine Businessidee aufgeben?

Wie eng oder breit gefächert sind deine Hobbies?

Eine ganz wichtige Frage für uns Renaissance Seelen! Da wir meistens ziemlich schlaue Köpfchen sind (es gibt sogar Annahmen, dass sich unter Scannern viele Hochbegabte finden), brauchen wir Herausforderung. Nichts anderes ist es nämlich, wenn wir wieder ein neues Thema beginnen. Wir lieben einfach den Kitzel des Unbekannten. Neue Welten zu erkunden, uns einzulesen, kurzum: Wir sind Abenteurer des Geistes und bereisen die Welt, nicht körperlich, sondern mental. Wir finden es vieeeeeel zu langweilig, ewig in Entenhausen zu bleiben, wo wir doch schon längst alle Ecken auswendig kennen. Wir wollen lernen.

Du ahnst es schon: je enger dein Thema aufgestellt ist, desto schneller hast du ausgelernt. Und desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass du das Hobby wieder aufgibst. Übrigens bedeutet auslernen für uns Renaissance Seelen nicht, dass wir etwas bis zur Perfektion treiben. Es geht vielmehr um das Prinzip hinter der Tätigkeit. Lass mich dir das an einem Beispiel erklären: Ich habe in meiner Jugend jahrelang Klavierspielen gelernt. Und obwohl ich heute wahrlich weder ein Mozart noch ein Chopin bin, war das Thema „Klavierspielen“ damals für mich „fertig“. Warum? Weil der Unterricht immer nach dem gleichen Prinzip ablief: Lied einüben, Lied auswendig lernen, Dynamik und Details hinzufügen, Lied vorspielen, nächstes Lied. 

Natürlich hätte ich immer schwierigere Stücke lernen können. Aber der Ablauf hat mich gelangweilt. Noten lesen konnte ich ja, alles andere war lediglich eine Frage der Ausdauer. Ausdauer fördert aber nicht unsere Abenteuer-Gehirnzellen 😉

Meine nächste Übung für dich: Nimm dir alle deine Hobbies aus Frage 1 und notiere dir neben diesem Hobby auf einer Skala von 1-10, wie breit gefächert es ist. Dabei bedeutet 10: viel Potential zum erweitern und neue Aspekte lernen, 1 bedeutet: wahrscheinlich spätestens in ein paar Wochen ausgelutscht. 

Musst du leiden oder darfst du durchhalten?

Achtung: das sind eigentlich zwei Fragen in einer. In Frage 2 nach deinem „Warum“ für ein Thema habe ich es schon angerissen: es gibt durchaus einen Unterschied zwischen Hobby und Business.  Lass mich das ein bisschen erläutern. 

Warum hast du ein Hobby? Jetzt mal ganz allgemein gesagt? Es soll dir Spaß machen, richtig? Der Begriff „Hobby“ impliziert aber auch, dass es sich dabei NICHT um die Arbeit handelt. Was auch immer deine Arbeit ist. Deswegen mag ich den Begriff „Hobby“ eigentlich gar nicht so gerne und verwende in meinen Artikeln immer mal krampfhaft die Wörter „Thema“ oder „Projekt“. Die sind nämlich etwas neutraler gehalten. Deine Herzensthemen können schließlich am Ende des Tages beides sein: Hobby oder Beruf. 

Während ein reines Hobby wirklich etwas sein sollte, das du für dich tust, das dich auf die eine oder andere Art erfüllt (siehe Frage 2), ist ein Business eine ganz andere Kiste. Da kommt nämlich ein neues Prinzip hinzu: Das Prinzip des „Erfolgs“. Und gerade im Business fällt es uns Renaissance Seelen unheimlich schwer zu entscheiden: Gebe ich meine Business-Idee auf, auch wenn sie (noch) nicht erfolgreich ist? Oder bleibe ich dran? Grundsätzlich muss dir klar sein, dass ein Business niemals nur Freude bereitet. Das ist auch bei einem Experten so. Deine „Schmerztoleranz“ muss also im beruflichen Bereich ein wenig höher sein als bei einem Hobby. Schreibe dir neben jedes deiner Hobbies ein „H“, wenn du definitiv sicher bist, dass es ein Hobby bleiben soll, ein „B“ für eine potentielle berufliche Idee (das kann eine Selbstständigkeit oder eine Festanstellung sein!) und ein „U“ für Unsicher. 

Solltest du dein Hobby sofort aufgeben?

So langsam nähern wir uns den größeren Fragen. Du hast nun herausgefunden, wie viele Themen aktuell in deinem Leben sind und wie viele du generell brauchst, um happy zu sein (siehe Frage 1). Außerdem hast du dir Gedanken darüber gemacht, warum du deine Hobbies ausübst, wie eng oder breit gefächert sie sind ob du eines oder mehrere gerne beruflich verfolgen möchtest.

Fangen wir beim Thema „Loslassen“ mit ein paar einfachen Tipps an, die ich dir mitgeben möchte. Aufgeben solltest du ein Hobby (Hobby hier im Sinne von NICHT beruflich!) definitiv, wenn eine oder beide dieser Aussagen zutreffen: 

  • Du hast KEIN „Warum“ gefunden (Frage 2), auf gut Deutsch: es nützt dir nichts und du hast keine Freude mehr daran.
  • Dein Thema ist eng (es liegt bei Frage 4 auf der Skala zwischen 1 und 3), will heißen: wenn dein Hobby, so wie es jetzt gerade ist, dir keine Chance gibt, etwas neues zu lernen und es dich nur noch langweilt.

Ein Bonus-Indikator wäre hier noch: du hast gerade zu viele Hobbies oder du möchtest Platz schaffen für ein neues Hobby. Um nicht völlig im Stress zu versinken, musst du natürlich Prioritäten setzen. Überlege dir, ob eines deiner Hobbies aktuell betroffen wäre. 

Kannst du dein Thema erweitern?

Jetzt haben wir uns relativ radikal die Sache mit den Hobbies angeschaut, aber natürlich ist das Ganze – wie übrigens alles andere im Leben – niemals schwarz-weiß. Und wie ist das überhaupt im Beruf oder Business?

Wenn es ums Business geht, sage ich immer: es ist wie in einer Beziehung. Wenn dir eine Beziehung wirklich am Herzen liegt (also wenn dein WARUM stark ist), dann machst du nicht direkt mit dem ersten sich anbahnenden Problem Schluss. Richtig? Richtig. Du solltest also wirklich aufpassen, dass du das Wissen um deine Scannerpersönlichkeit hier nicht als Entschuldigung aufgreifst, um dich nicht mit dem Problem befassen zu müssen. Aber egal ob Hobby oder Beruf: bevor du wirklich zum radikalen Aufgeben greifst, versuche dir erst einmal zu überlegen:

Kannst du dein Thema erweitern?

Erinnerst du dich an meine zwei Fragen aus dem vorherigen Punkt? Also. Wenn du kein Warum und absolut keine Freude an einem Thema hast, dann ist es wahrscheinlich Zeit für eine Trennung. Wenn du aber „nur“ Langeweile verspürst, weil dein Thema zu eng ist, um etwas neues zu lernen, dann besteht Hoffnung. Überlege dir: Kannst du dein Thema breiter machen? Kannst du Tätigkeiten und Aspekte hinzufügen? Bleiben wir beim Makramee-Beispiel. Wenn dir die reine Handarbeit zu langweilig wird, könntest du Makramee zum Beispiel mit Home-Decor verknüpfen und dich mal schlau machen, wie man Heime besonders schön mit Makramee-Stücken herrichten kann. Zum Thema Dekorieren würde dann auch Farblehre passen: welche Farben haben welche Wirkung auf den Geist?

Ich spinne hier nur herum, aber ich denke du verstehst, was ich meine. Wenn du es schaffst, bei einem Thema zu bleiben, aber den Horizont des Themas zu erweitern, sodass du noch etwas neues lernen kannst, dann verschiebst du den Loslassprozess noch eine ganze Weile nach hinten. Überleg dir doch mal für eines deiner Hobbies, wie du es theoretisch erweitern könntest, unabhängig davon, ob es auf deiner „Abschussliste“ steht oder nicht.

Wie ist eigentlich deine Wortwahl?

Diese Aufgabe ist nicht ganz so konkret, ich würde sie eher als Achtsamkeitsübung bezeichnen. Ich möchte, dass du in den kommenden Tagen immer mal wieder beobachtest, welche Worte du im Dialog mit dir selbst verwendest. Konkret: Wie redest du mit dir selbst?

Besonders aufmerksam solltest du sein, wenn Worte wie „nie“, „für immer“, „total“, „absolut“ u.ä. auftauchen. Denn lass mich dir etwas verraten: als Scanner solltest du die ganz schnell aus deinem Sprachgebrauch streichen. Wenn du ein Hobby beginnst, musst du keine Angst haben, dass du es „für immer“ machen musst. Musst du nicht! Gar nicht! Genauso gut stimmt es nicht, dass du ein Hobby „nie mehr“ aufgreifst, wenn du es aufgibst. Erfahrungsgemäß erleben viele Renaissance Seelen eher wellenartige Perioden. Stell es dir vor wie Ebbe und Flut! Hobby 1 geht, Hobby 2 kommt. Und in der nächsten Saison kommt Hobby 1 vielleicht wieder zurück. Wenn du das möchtest.

Du solltest dir also klarmachen: ein Loslassprozess ist nicht dafür da, dass du „dich entscheidest“ oder dass du nach außen hin „strukturiert und geradlinig“ erscheinst. Du musst Themen nicht loslassen, damit du deine Berufung finden kannst. Nein! Du musst manchmal etwas loslassen, weil es dir im Moment nicht dient, weil es dir schlechte Gefühle bereitet. Du weißt doch, was man sagt: Energie fließt in die Richtung deiner Aufmerksamkeit. Und wenn deine Aufmerksamkeit auf Themen liegen, die dich nur frustrieren, dann fütterst du nur noch mehr deinen Frust. Folge also der Freude! – und wenn die Freude im Fall von Business und Beruf mal nicht da ist, dann besinne dich auf dein starkes „Warum“. 

Zusammenfassung

“Dominika, das ist jetzt aber kein Kochrezept!”. Ja, ich weiß. Es gibt keine handfeste Methode um zu entscheiden, wann du ein Thema loslassen solltest. Aber ich hoffe, dieses kleine Selbstcoaching hat dir wertvolle Hinweise geliefert, wie es um dein buntes Renaissance-Seelen-Herz so steht. Fassen wir nochmal kurz zusammen:

  • Wie viele Themen brauchst du, um glücklich zu sein? Je mehr Zeit du hast, desto mehr Hobbies kannst du verfolgen. Wenn du wenig Zeit hast, versuch lieber, wenige Themen zu erweitern (siehe Frage 6).
  • Warum tust du, was du tust? Sei dir glasklar über deine Gründe! Sowohl für Hobbies als auch für eventuelle Businessideen.
  • Gibt dir dein Thema genügend Möglichkeit, neues zu lernen? Oder bist du relativ schnell in einer Sackgasse und langweilst dich?
  • Welche Hobbies sind definitiv nur Hobbies? Welche deiner Themen könntest du dir auch für einen beruflichen Werdegang vorstellen – mit einem „Warum“, das stark genug ist, um dich auch durch die etwas schwierigeren Zeiten zu manövrieren?
  • Hast du überhaupt keinen Spaß mehr an deinem Hobby? Lernst du nichts neues mehr? Diese Hobbies kannst du getrost aufgeben.
  • Kannst du dein Thema vielleicht erweitern? Bevor du zu einem langweiligen Thema „tschüss“ sagst, überleg doch mal, wie du es wieder interessanter gestalten könntest.
  • Wie sprichst du mit dir selbst? Nutzt du viele absolute Wörter? Versuch dir klarzumachen, dass, selbst wenn du letztendlich ein Thema aus deinem Leben verabschiedest, es nicht für immer sein muss. Du bist der Boss.

Wenn du mit Selbstcoaching nicht weiter kommst

…dann ist es vielleicht an der Zeit, dir Unterstützung ins Boot zu holen! Ich bin für dich da, wenn du dich vielseitig verwirklichen möchtest. Und zwar privat und beruflich – für mich gehört nämlich beides untrennbar zusammen, um wirklich ein erfülltes Leben zu haben.

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