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Hier kommt er, Teil 2 der Serie “Verhasste Fragen an die Renaissance Seele”, heute mal etwas beruflicher: “Warum bleibst du nicht einfach mal in deinem Job?”, gerne auch ergänzt von: “Macht es dich denn glücklich, ständig so viele verschiedene Dinge zu machen?” garniert mit: “Eine einzige Haupteinnahmequelle ist doch viel entspannter und sicherer, oder?”. Ahhh, das geht doch glatt runter wie eine raue Katzenzunge im Gesicht. Ja, warum eigentlich? “Warum bleibst du nicht einfach mal in deinem Job?” Heute wird’s beruflich. Wir nehmen mal deine Identität unter die Lupe, bunte Seele. Und warum die anders funktioniert als beim Durchschnittsbürger. (Lies auch gerne Teil 1 der Serie: “Was ist dein Warum?“)

Der Bausatz Renaissance Seele: Aus welchen Teilchen wir uns zusammensetzen

Also. Renaissance Seelen haben eine ganz bestimmte “Funktionsweise”. Und diese Funktionsweise beinhaltet 3 ganz große Hauptfaktoren.

  1. Renaissance Seelen finden Vielfalt und Kombination besser als Konzentration auf nur eine einzige Sache. (Quod erat demonstrandum.)
  2. Renaissance Seelen verspüren persönliches Wachstum, wenn sie ihre Optionen erweitern statt sie einzugrenzen. Dabei ist es wichtig, dass die Aktivitäten dem eigenen Energiefluss folgen.
  3. Hat eine Renaissance Seele verstanden, wie etwas funktioniert und andere sie als “erfolgreich” bezeichnen würden, möchte sie lieber Veränderung. Sie beginnt also lieber etwas Neues statt mehr vom Gleichen zu tun.

Im Grunde genommen beantworten diese drei Punkte schon die Frage “Warum bleibst du nicht einfach in deinem Job?”. Aber ganz so leicht ist es dann doch nicht.

“Was machst du momentan so?”

Was antwortet man typischerweise auf eine solche Frage? Wahrscheinlich irgendetwas, das in die Richtung “Ich arbeite als Altenbetreuerin” geht. Der Job ist dabei austauschbar. Warum ist das so? Ganz einfach, Freundin: Unsere Gesellschaft hat uns dazu erzogen, unsere Identität um unseren Beruf herumzubauen. Wie ist das bei deinen Eltern? Hast du beobachtet, was passiert ist, als sie in Rente gegangen sind? Haben sie sich vielleicht verloren gefühlt, weil mit dem Job ein (großes!) Stück Identität weggebrochen ist?

Wenn du gerne Yoga machst oder dich anderweitig mit Spiritualität befasst, dann sagst du vielleicht: Ja, aber wir sollen doch eh alle de-identifizieren. Wir sind ja eigentlich nur dieses Licht in unserem Inneren, das ist unser wahres Wesen. Wahr gesprochen! Weitermachen! Du kannst nichts besseres tun als De-Identifikation üben. Nichtsdestotrotz ist unsere Ausgangslage als Renaissance Seele anders als bei den meisten Menschen.

Als Renaissance Seele ist unser Identitätsantrieb, das, woraus wir Motivation, Antrieb und ein Gefühl von “ich fühle mich zu Hause, bei mir” bekommen, unsere Leidenschaften. Nicht der Beruf.

Wenn also der Job, mit dem wir unsere veganen Würstchen verdienen…

…rein GAR nichts mit unseren Hobbies und Leidenschaften zu tun hat, dann können wir uns nicht mit ihm identifizieren. Also, so gar nicht. Es macht uns regelrecht KRANK. Und wir fühlen uns dann schuldig: Warum kriegen das andere hin? Es ist doch nur ein Job. Und ich hab ja auch noch Zeit, um andere Dinge zu tun.

Ich versteh das. Glaub mir. Ich war dort. Ich habe wahrscheinlich alle ranzigen Gefühle gehabt, die man eben so haben kann bezüglich eines Jobs. Es ist nicht dein Fehler. Du gehst einfach mit anderen Vorraussetzungen ins Rennen als andere.

Also soll ich einfach nie in einem Job bleiben?

Jein. Bevor du jetzt losstürmst und kündigst: Atme erstmal tief durch (und lies Johannas Ringes wundervollen Artikel “Whatever the world throws at you – breathe!“). Wir fassen nochmal zusammen: Dein Gefühl von Identität kommt von deinen vielen Leidenschaften, nicht aus dem Beruf. Außerdem erlebst du persönliches Wachstum, wenn du deinen Horizont erweiterst, du willst Neues lernen, einen breiten Blick auf die Dinge haben. Und jetzt schmeiße ich noch eine ganz wichtige Sache in den Raum:

Trenne deine Leidenschaften (Identität!) vom Geldverdienen (Job!).

IDEALERWEISE möchtest du als Renaissance Seele irgendwann mal mit deinen Hobbies Geld verdienen, vielleicht sogar im Rahmen einer Selbstständigkeit (weil du dich da einfach am meisten austoben kannst). Aus dem einfachen Grund: Du bist am besten in dem, was dir Spaß macht. Aber trenn dich von dem Gedanken, dass du, wenn du gerne backst, einfach sofort eine Bäckerei eröffnen müsstest. Denn vergiss nicht: Deine Leidenschaften werden sich ändern. Immer und immer wieder. Und es wird NIE diese eine Berufung geben, die dich für immer erfüllt.

Versuche stattdessen…

…deine Hobbies und Leidenschaften mit einem Beruf voranzutreiben. Also stell dir die Frage: In welchem Job und wie kannst du für deine persönlichen Projekte einen Vorteil erreichen? Das geht schon bei ganz kleinen Dingen. Vielleicht bist du eine Schreibkraft mit dem Hobby Fotografie. Da macht es einen gravierenden Unterschied, ob du in irgendeinem Sekretariat arbeitest (Frust!) oder als Schreibkraft bei Kodak – dort bekommst du vielleicht Vergünstigungen für die Produkte? Oder du hast Kontakte, durch die du mehr über Fotografie lernst? Klingt logisch, oder? Kleiner Unterschied, der so viel ausmacht.

Warum bleibst du nicht in deinem Job?

Warum also? Deine Persönlichkeit neigt einfach dazu, oft Jobs zu wechseln. Hör auf, dich deswegen schuldig zu fühlen. Folg deinem Energiefluss. Folg deinen Leidenschaften, schaffe dir Gelegenheiten. Und wenn das genau das ist, was dich glücklich macht, dann bist du niemandem irgendeine Rechenschaft schuldig. <3

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